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SRG und die neue Sportwelt: Chancenlos solange die Politik dreinredet

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Die SRG hat die Übertragungsrechte für die Champions League an Teleclub (gehört Cinetrade, gehört Swisscom) verloren, und nun werden die Rufe nach der Abschaffung oder Reduzierung der Billag-Gebühren lauter und zahlreicher. Denn wenn für Fussball extra zu bezahlen ist (Pay-TV), soll der Preis für die SRG, wo Fussball bisher zu sehen war, sinken. Solche Logik ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz.
Es zeigt die Medienwende im vollen Schwung: Zum Einen illustriert der Vorfall, die Veränderungen in der Sport-Welt, wo Verbände und Vereine zunehmend das Geschäft um die Verbreitung ihrer Anlässe selber in die Hände nehmen, um schwindende Einnahmen von Stadionbesuchern zu ersetzen. Bestes Beispiel dafür ist der Streamingdienst MLB.tv in den USA womit Major League Baseball ihre Spiele zu gutem Geld macht und dabei echten Mehrwert für Abonnenten (USD 99/Jahr) gegenüber Übertragungen im (Pay-)TV bietet.
Vor allem zeigt diese Geschichte, wie dringlich der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich an die neuen Spielregeln im 21. Jahrhundert anpassen muss. Zwangsgebühren und staatliche Vorgaben (Konzession) stehen einem agilen Geschäftsverhalten im Wege. Als Medienunternehmen muss die SRG in der Lage sein, eigene Vertriebskanäle für Sport-Events aufzubauen und dafür Rechte einzukaufen und Kooperationen einzugehen, ohne dafür erst bei der Politik vorstellig werden zu müssen. Deshalb muss die SRG von Zwangsgebühren entwöhnt werden und darf nicht länger am Rockzipfel von Mutter Helvetia hängen. Um auch künftig stark zu sein, muss sie als freies, eigenständiges Unternehmen handeln können und ihre Einnahmen selber erwirtschaften. Vor allem kann die SRG nur so mit anderen Medienunternehmen flexibel kooperieren. Kooperationspartner können in der Regel schnell entscheiden, während der Staatssender womöglich durch jahrelanges politisches Geplänkel blockiert ist (siehe Admeira, siehe Online). Das ist wie wenn Opa an der Teenie-Party mitschwoofen will... 
by-nc-sa
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